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Gottfried von Einem (1918 - 1996)
Unter
den österreichischen Komponisten des 20. Jahrhunderts nimmt Gottfried
von Einem eine Sonderstellung ein. Er teilte nicht das Schicksal
vieler seiner Kollegen, nur im "Ghetto" der Interessenten zeitgenössischer
Musik bekannt zu sein, oder gar nur für die Schreibtischlade zu
komponieren; sein Name war weltweit bekannt, sein Leben als Komponist
erwies sich als eine Kette von nationalen und internationalen
Erfolgen, die ihresgleichen suchten.
Einer "Richtung" oder "Schule" im Bereich der Musik des 20. Jahrhunderts
ließ Einem sich nie zuordnen; immer war es sein Bestreben, "seine"
Musik zu schreiben, ob sie nun von manchen Kreisen des Publikums
als zu modern oder von Kollegen und Kritikern als zu konservativ
empfunden wurde. Mit der Oper "Dantons Tod", die im Rahmen der
Salzburger Festspiele 1947 uraufgeführt wurde und einen Sensationserfolg
errang, gelang ihm der internationale Durchbruch.
Weitere Opernerfolge - an erster Stelle ist "Der Besuch der alten
Dame" nach Dürrenmatt zu nennen - schlossen sich an. Kam es zu
Konfrontationen mit Teilen der Öffentlichkeit, wie etwa 1980 mit
der vielfach mißverstandenen Mysterienoper "Jesu Hochzeit", so
wich Einem ihnen nicht aus, sondern stellte sich den Angriffen
mit kämpferischem Selbstbewußtsein.
Er genoß im Bereich des kulturellen Lebens hohes Ansehen, nicht
nur als Komponist, sondern auch als Musikpädagoge und Standesvertreter;
seine Stimme hatte in Österreich Gewicht.
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