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KURZBIOGRAPHIE
(Verfasser: Dr. Thomas Leibnitz)

 
Gottfried von Einem (1918 - 1996)

Unter den österreichischen Komponisten des 20. Jahrhunderts nimmt Gottfried von Einem eine Sonderstellung ein. Er teilte nicht das Schicksal vieler seiner Kollegen, nur im "Ghetto" der Interessenten zeitgenössischer Musik bekannt zu sein, oder gar nur für die Schreibtischlade zu komponieren; sein Name war weltweit bekannt, sein Leben als Komponist erwies sich als eine Kette von nationalen und internationalen Erfolgen, die ihresgleichen suchten.

Einer "Richtung" oder "Schule" im Bereich der Musik des 20. Jahrhunderts ließ Einem sich nie zuordnen; immer war es sein Bestreben, "seine" Musik zu schreiben, ob sie nun von manchen Kreisen des Publikums als zu modern oder von Kollegen und Kritikern als zu konservativ empfunden wurde. Mit der Oper "Dantons Tod", die im Rahmen der Salzburger Festspiele 1947 uraufgeführt wurde und einen Sensationserfolg errang, gelang ihm der internationale Durchbruch.

Weitere Opernerfolge - an erster Stelle ist "Der Besuch der alten Dame" nach Dürrenmatt zu nennen - schlossen sich an. Kam es zu Konfrontationen mit Teilen der Öffentlichkeit, wie etwa 1980 mit der vielfach mißverstandenen Mysterienoper "Jesu Hochzeit", so wich Einem ihnen nicht aus, sondern stellte sich den Angriffen mit kämpferischem Selbstbewußtsein.

Er genoß im Bereich des kulturellen Lebens hohes Ansehen, nicht nur als Komponist, sondern auch als Musikpädagoge und Standesvertreter; seine Stimme hatte in Österreich Gewicht.

 

 
© 2003 Gottfried von Einem - Musik-Privatstiftung