Gottfried von Einem wurde im Dezember 2002 als "Gerechter unter den Völkern" durch den Staat Israel mit der höchsten Auszeichnung, die der Staat Israel an Nichtjuden zu vergeben hat, bedacht.


Mit Aussendung vom 4.12.2002 der Botschaft des Staates Israel wurde unter anderem Gottfried von Einem (posthum) von der Israelischen Holocaust-Gedenkstätte YAD VASHEM in Jerusalem mit dem Ehrentitel "Gerechte/r unter den Völkern" ausgezeichnet.

Die so Geehrten gehören zum Kreis der Nothelfer, die von Februar 1943 bis Kriegsende dazu beitrugen, dass der seinerzeit verfolgte Konrad Latte die Zeit seiner Illegalität überlebte. Damit riskierten diese Helfer ihr eigenes Leben und das ihrer Familien. In einer Feierstunde, die am Freitag, dem 6. Dezember 2002 um 11.00 Uhr in der Kirche der Justizvollzugsanstalt Tegel Seidelstr. 39 in BerIin stattfand, gedachte der Gesandte des Staates Israel, Mordechay Lewy, dem Wirken der Geehrten und überreichte deren Angehörigen die YAD VASHEM-Medaillen und -Urkunden.

Die Kirche der JVA Tegel wurde deshalb als VeranstaItungsort gewählt, weil der bereits im Jahre 1971 von YAD VASHEM geehrte Harald Poelchau deren Pfarrer war. Neben anderen war er es, der Konrad Latte entscheidende Überlebenshilfe angedeihen ließ; die Geehrte Gertie Siemsen war damals seine engste Mitarbeiterin. Weiterhin war der Geehrte Willy Kranz seinerzeit der Kantinenpächter der Berliner Gefängnisse. Die YAD VASHEM-Gedenkstunde steht unter der Agide der Senatsverwaltung für Justiz des Landes Berlin.

YAD VASHEM, die Behörde zur Verewigung des Andenkens an die Märtyrer und Helden in Jerusalem ist Erinnerungsstätte und zugleich Forschungszentrum, das sich mit dem Schicksal der europäischen Juden während der Zeit des Naziregimes beschäftigt. - Sie hat unter anderem auch die Aufgabe, derer in Dankbarkeit zu gedenken, die mit persönlichem Einsatz und unter Gefährdung des eigenen Lebens, oft auch dem ihrer Familien versuchten, Juden zu retten. YAD VASHEM tut dies mit dem Ehrentitel "Gerechte/r unter den Völkem". Er umfasst Medaille und Urkunde, sowie die Verewigung des Namens anf der MEMORIAL-WALL im "Garten der Gerechten" in YAD VASHEM. Dies ist die höchste Auszeichnung, die Israel an Nicht-Juden vergibt. Bis heute haben nahezu 19.000 Frauen und Männer aus allen Teilen Europas diesen Ehrentitel erhalten. Unter den Geehrten sind 400 Deutsche.

Berlin, im Dezember 2002


 

 
 
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